Fragen und Antworten zum Patenschaftsprogramm

 

Wie kann ich sicher sein, dass das Geld beim Patenkind ankommt?

Die Gelder werden direkt auf das Konto der Schule überwiesen und damit die von der Schule festgesetzten, und für alle Schüler gültigen, Schulgebühren beglichen. Ein Teil der Gebühren geht an die Regierung, die damit die Lehrer bezahlt. Der Rest fließt in Budgets für Bücher, Schulentwicklung und Essen. Diese Budgets werden von der Elternvereinigung kontrolliert. Die Originalbelege erhalten wir bei unseren jährlichen Besuchen.

In Gesprächen mit einzelnen Patenkindern vor Ort bekommen wir weitere Informationen und Bestätigungen. Der Patenbeitrag kommt ausschließlich dem Patenkind zu Gute. Die (geringen) Ausgaben des Vereins, wie Reise- oder Werbungskosten, werden zumeist privat finanziert oder kommen sonst aus dem generellen Budget des Vereins. (siehe Finanzen)

 

  Großvater (im Hintergrund) von Patenschüler Noel Noah über dessen Kindheit.

Koordinator Tonny Kagolo übersetzt.

 

Ist ein persönlicher Austausch mit den Patenkindern möglich?

Ja – möglich und erwünscht. Die Konversation sollte möglichst in einfachem Englisch geschrieben werden, da viele – besonders die jüngeren Schüler - noch Schwierigkeiten mit der offiziellen Amtssprache Englisch haben.

Die Patenkinder werden während unseres Besuches dazu angehalten, einen Brief an ihre Sponsoren zu schreiben.

 

Ist es möglich, dem Patenkind ein Päckchen mit einem persönlichen Geschenk zu schicken?

Wegen des unzuverlässigen und langen Postweges empfehlen wir nicht, Päckchen oder Pakete nach Malawi zu schicken. Die Sendungen sind nicht nur unverhältnismäßig teuer, sondern werden auch häufig geöffnet oder kommen im schlimmsten Falle gar nicht erst an.

Da sich die Anzahl der Patenkinder in den letzten Jahren von 30 auf 65 erhöht hat, können wir bei unseren jährlichen Besuchen nur noch kleine Geschenke (Briefe, Fotos, Kulis...) mitnehmen. Wir kaufen vor Ort für alle Patenkinder zudem ein kleines Geschenk (zuletzt Seife). So bekommen alle das Gleiche, unser Transport ist entlastet und die heimische Wirtschaft unterstützt.

 

Kann ich wählen, ob ich ein Mädchen oder einen Jungen unterstütze?

Ja. Die Paten können im Patenformular (siehe unten) aussuchen, ob sie einen Schüler oder eine Schülerin fördern möchten.

 

Wie werden die Patenkinder ausgewählt?

Die Patenkinder werden nach der verpflichtenden Grundschule (Primary School) entsprechend ihrer Abschlüsse für eine (freiwillige) weiterführende Sekundarschule von der Regierung vorgeschlagen. Auf einer offiziellen Liste können sie einsehen, auf welchen Typ der vier Sekundarschulen sie zugewiesen wurden.

Unsere Patenkinder werden, nach ihrer Zuweisung zur CDSS Nkhoma, von dem Schulkommittee auf ihre Bedürftigkeit durch die Lehrer, örtlichen Autoritäten und den Rektor ausgewählt.

 

Kann es sein, dass Patenkinder die Schule vorzeitig verlassen?

Es gibt immer wieder Fälle,  wo Schülerinnen früh verheiratet werden und die Schule verlassen. Ebenso können Disziplinschwierigkeiten zum Verweis der Schule führen.

Falls dies eintrifft werden die Paten informiert und in Absprache mit der Schulleitung in Nkhoma durch einen neuen Jugendlichen ersetzt.

 

Was passiert, wenn die Schüler ihre Klausuren/Klassenarbeiten nicht bestehen?

2016 haben wir nach den Vorschlägen der Lehrer vor Ort ein neues Patenschaftskonzept ausgearbeitet:

Schüler, die die Versetzung am Ende eines Jahres nicht erreichen, müssen 5% der Schulgebühren im folgenden Jahr selbst aufbringen, können aber auf der Schule bleiben.

Das Ziel hierbei ist die Erziehung zu Selbstverantwortlichkeit: Nicht nur die Schüler sollen angehalten werden, im Gegenzug zur finanziellen Unterstützung alles zu tun, die schulischen Aufgaben zu bewältigen, auch die Eltern sollen hierbei mit in die Verantwortung genommen werden.

 

Was bringt der Schulabschluss den Jugendlichen?

Ein bestandenes MSCE-Exam berechtigt zum Besuch einer Universität in Malawi. Den Luxus eines Studiums können sich in Malawi allerdings nur die wenigsten Familien leisten, die Familien unserer Patenschüler gehören nicht dazu. Einige unserer ehemaligen Patenkinder haben aber trotzdem ein Studium abgeschlossen, dank externer Stipendien. Auch unser Verein unterstützt momentan zwei ehemalige Patenschüler bei ihrem Studium am Nursing College.

Allein der Besuch einer Sekundarschule bedeutet für die Jugendlichen einen unglaublichen Bildungsaufstieg. Die meisten Eltern (falls sie dann doch leben) sind Analphabeten und die Patenkinder sind oft die Ersten aus ihrem ganzen Dorf, die eine weiterführende Schule besuchen. Wir sehen den größten Gewinn eines Schulbesuches, dass die Jugendlichen der bitteren Armut der Dörfer entfliehen können, indem sie einen anderen Beruf als Subsidenzbauern ergreifen. Selbst wenn sie in die Dörfer zurückkehren, sind sie aufgeklärt über Krankheiten und Hygiene und haben in der Schule mehr über Techniken in der Landwirtschaft gelernt.

Besonders für die jungen Frauen lohnt sich der Schulabschluss. Sie bekommen weniger Kinder, haben eine höhere Lebenserwartung und eine höhere Stellung in der Gesellschaft. (siehe Population Council, 2009)

 

Kann sich der jährliche Patenbeitrag verändern?

Fast jedes Jahr werden die Schulgebühren in Kwacha (malawische Währung) den entsprechenden wirtschaftlichen Verhältnissen des Landes angeglichen.  

Die Gebühren für Unterricht, das Budget für "Schulentwicklung“, Bücher ist in den letzten Jahren konstant geblieben, während die Gebühren für Unterkunft und Essen meist jährlich angehoben worden sind. Die vorherrschende Inflation (über 20% /Jahr) bringt zudem hohe Wechselkursschwankungen. Kleinere Differenzen werden von unserem Vereinsbudget „aufgefangen“, wohingegen größere Veränderungen bzw. Verteuerungen leider an die Paten weitergegeben werden müssen. So geschehen zuletzt in 2015.

Eine Erhöhung der Patengebühr geht immer mit dem Einverständnis der Paten einher. Selbstverständlich kann eine Patenschaft dann (wie auch zu jedem anderen Zeitpunkt) auch gekündigt werden.

 

Wie und wann wird der Patenbeitrag beglichen?

Bei Erteilung einer Einzugsermächtigung wird der Patenbeitrag im Frühjahr eingezogen.

 

Ist die Patenschaft steuerlich absetzbar?

Ja. Die Patengebühren sind in voller Höhe steuerlich absetzbar. Die Gemeinnützigkeit wurde mehrmals vom Finanzamt Köln-Süd bestätigt und kann auf Wunsch eingesehen werden.

 

Was erfahren die Patenkinder über das Leben in Deutschland?

Eine Broschüre in englischer Sprache informiert über das Patenschaftsprogramm und enthält Bilder und allgemeine Informationen zu Deutschland, Köln und dem Schulleben in Rodenkirchen.

 

Haben Sie noch weitere Fragen?

Melden Sie sich gerne bei

 

Elisabeth Poggenpohl

patenschaften[at]malawischule.de

(Siehe Foto rechts, mit Patenschülerin während ihrer Abschlusszeremonie)