Investitionsprojekte

Um die Bedingungen an unseren Partnerschulen nachhaltig zu verändern, investieren wir auf Vorschlag der Lehrer:innen in die örtliche Schulinfrastruktur. Die Arbeiten werden von Handwerkern aus der Umgebung der Schulen durchgeführt und durch den Verein mit Eigenanteilen der Schule und Dorfgemeinschaften finanziert. Große Bauprojekte werden öffentlich ausgeschrieben, von einem externen, malawischen Supervisor begleitet und kontrolliert sowie in Projektschritten finanziert.

 

So erreichen wir durch unsere Projekte eine nachhaltige Verbesserung nicht nur der Situation an der Schule, sondern auch Teilhabe der Dorfgemeinschaften, die die Schule umgeben.

 

Verbesserung von Lern- und Lehrbedingungen

Die neue Bibliothek in Nkhoma...
...in dem großzügigen Leseraum gibt es genug Platz zum konzentrierten Lernen
... und offenen Zugang zu Büchern.
Laptops helfen den Lehrern bei der Unterrichtsvorbereitung
Die Lehrer präsentieren die neuen Bücher mit Stolz
Die Klassenräume wurden mit Vereinsmitteln renoviert und Tische angeschafft.

Verbesserung der Lern- und Lehrbedingungen

  • Bau einer Bibliothek: Die meisten Schüler:innen besitzen keine eigenen Bücher und in den Schulen gibt es keine ungestörten Arbeitsplätze. Deshalb war der Bau einer Bibliothek schon lange eine Priorität von Schüler:innen und Lehrer:innen. Durch die 250m² große Schulbibliothek in Nkhoma (fertiggestellt 2018) haben die SchülerInnen nun erstmals die Möglichkeit, Bücher auszuleihen und in einem großen und hellen Lesesaal konzentriert zu arbeiten. Das Gebäude bietet viel Lagerplatz für Bücher die von der Regierung zwar gestellt worden, allerdings wegen mangelndem Regalplatz in der alten Bibliothek nicht genutzt werden konnten. Das Gebäude ist mit schweren Türen gegen Diebstahl und mit Schutz gegen Erosion ausgestattet. Insgesamt 120 Stühle, zehn Tische und acht Regale wurden ebenfalls angeschafft.
  • Anschaffung von Büchern und Labormaterialien: Allen Partnerschulen mangelte es an Büchern. Wir haben sie mehrmals mit dringend benötigten Klassensätzen unterstützt. Die Partnerschule in Nkhoma hatte aus eigenen Mitteln ein Laborraum umgebaut, es fehlte aber an Labormaterialien für den Chemie- und Physikunterricht. Den Kauf der notwendigen Materialien haben wir finanziert.
  • Bau und Renovierung von Klassenräumen: Die Schule in Nchokera verfügte über keine eigenen Klassenräume – Unterricht musste entweder im Freien oder nachmittags in den Klassenräumen einer benachbarten Grundschule stattfinden. Der Bau zweier Klassenräume, eröffnet 2014, schafft Abhilfe. Auch in Kalumba haben wir mehrere Klassenräume renoviert.
  • Anschaffung von Schultischen: An allen Partnerschulen fehlten Schultische, sodass Schüler:innen auf dem Boden sitzen mussten oder lediglich auf einfachen Plastikstühlen. Die Anschaffung von 500 Tischen in Kalumba, Nchokera und Nkhoma vereinfacht das Lernen und Schreiben.
  • Spende von Laptops und Scanners: Die Lehrer:innen besitzen keine eigenen Computer. Durch den Verein beschaffte gebrauchte Laptops und ein Scanner ermöglichen eine bessere Unterrichtsvorbereitung und Kommunikation mit dem Team in Deutschland.

Schaffung von würdigen Lebensbedingungen

Schülerunterkünfte bevor der Anschaffung der Betten. Die Schüler mussten auf dem Boden schlafen.
Die neuen Betten verbessern die Situation erheblich.
Zur Freude der Schüler:innen. Leider fehlt weiterhin Platz und Betten.
Die alte Küche: Hier wurde unter katastrophalen Bedingungen für 400 Schüler gekocht.
Die neue, größere Küche...
Dieser Wellblechverschlag diente den ~200 Schülerinnen früher als Toilette und Waschraum
Das neue Sanitärprojekt beinhaltet acht Duschen und acht innovative Komposttoiletten.
So sahen viele Teile des Schulgeländes noch bis September 2020 aus - Steine waren lose, Treppen kaputt und Gebäude schlecht gegen Erosion abgesichert
Mauern schützen das Schulgelände vor Erosion
Der Erosionsschutz fertiggestellt.

 

Die Partnerschule in Nkhoma bietet auch Internatsräume für Jugendliche, die aus der weiteren Umgebung kommen, an. Zur Verbesserung der Lebensbedingungen dieser Schüler:innen haben wir mehrere Projekte finanziert.

  • Bau eines Sanitärgebäudes: Bisher stand den 200 Internatsschülerinnen in Nkhoma lediglich ein ca. 8m² großen Wellblechverschlag zur Verfügung. Ein Sanitärgebäude (fertiggestellt 2017) mit Waschbecken, acht Duschen und acht Toiletten hilft die hygienischen Bedingungen zu verbessern. Aufgrund der unzuverlässigen Wasserversorgung wählten die Verantwortlichen eine innovative Lösung für die Toiletten: Auf die Ausscheidungen wird Sägemehl gestreut und nach einigen Monaten ist die getrocknete Mischung als Naturdünger nutzbar.
  • Anschaffung von Schulbetten und Renovierung der Internatsunterkünfte: Früher mussten alle Schüler:innen  auf dem Boden schlafen und alle Unterkünfte befanden sich in einem katastrophalen Zustand. Die Schlafräume der Schülerinnen und Schüler wurden zum Teil mit Doppelhoch-Betten ausgestattet, Fenster mit Gittern versehen, elektrifiziert, mit Stützmauern gegen Erosion geschützt und Wände neu verputzt.
  • Renovierung der Schulküche: Die sehr kleine und alte Küche befand sich in einem schlechten Zustand. Wir haben die Schule unterstützt, in ein größeres Gebäude umzuziehen und effizientere Öfen und größere Töpfe angeschafft. Dieses Gebäude wurde auch durch einen Schornstein renoviert.
  • Nothilfe Corona: Während der Corona-Pandemie hatten viele (arme) Schüler:innen keinen Zugang zu Masken oder Desinfektionsmitteln und Seifen. Die Beschaffung haben wir mehrmals finanziert.
  • Erosionsschutz: Durch den Klimawandel und die verstärkt auftretenden Regenfälle sind die Fundamente der Schulgebäude in Gefahr, da das Schulgeländer in Nkhoma sehr hügelig ist. Während der Regenzeit waren Teile des Schulgeländes schwer zu passieren. Ein Teil des Schulgeländes wurde befestigt, weitere Bauabschnitte sollen folgen. Hierzu sind allerdings die Mittel noch nicht vorhanden. 

 

 

Dank unserer Unterstützerinnen und Unterstützer haben wir viel erreicht. Sind wir damit am Ziel?

Vor allem die Schule in Nkhoma hat sich tatsächlich in den letzten Jahren signifikant weiterentwickelt – die Schule erzielt deutlich bessere Ergebnisse bei landesweiten Prüfungen; die Schule schafft es, qualifizierte, engagierte und motivierte Lehrer:innen anzuziehen und zu halten; auch bekommt die Schule viele Anmeldungen von Schüler:innen auch außerhalb ihres Einzugsgebiets. Auch unseren anderen Partnerschulen konnten wir punktuell starke und nachhaltige Verbesserungen erreichen.

Es gibt an unseren Partnerschulen noch weitere Herausforderungen, wie z.B. fehlende Tische, Stühle, Bücher, Betten; mangelnden Platz in heruntergekommenen Klassenräumen und Internatsunterkünften. Dazu haben auch weitere Schulen im Land unsere Unterstützung angefragt. Wir freuen uns daher sehr über die Unterstützung, die uns von Seiten des Gymnasiums Rodenkirchen, der Schulgemeinschaft und weiterer Spender zuteil wird.