Zukunftschancen für Schule in Malawi
Kölnische Rundschau vom 21.07.22:
Zukunftschancen für Schule in Malawi
20 Jahre engagierte Partnerschaft: Rodenkirchener Verein unterstützt afrikanische Sekundarschule
Über 20 Jahre ist es nun her, dass ein Verein aus dem Kölner Süden ein Projekt tief im Süden Afrikas gestartet hat, welches auf ehrenamtlicher Basis Einmaliges bewirkte: Schülerinnen und Schüler einer Sekundarschule im kleinen Land Malawi erhielten Chancengleichheit, angemessene Lernbedingungen und Zukunftschancen, aus Schulbaracken wurden moderne Lerneinrichtungen, aus ein paar Büchern wurde eine Bibliothek.
Von Rodenkirchen nach Malawi – das ist seit vielen Jahren der jährliche Weg der Mitglieder des Vereins „Von Schule zu Schule – zwischen Köln und Malawi“, welcher im Jahr 2006 aus einer Schulpartnerschaft des Gymnasiums Rodenkirchen mit der staatlichen Sekundarschule in Nkhoma hervorging.

Der kleine gemeinnützige Verein aus Rodenkirchen fördert nun seit über 15 Jahren Schüler in Malawi, vermittelt Patenschaften an bedürftige Jugendliche, deren Familien die Schulgebühren nicht bezahlen können. „Außerdem unterstützen wir mittlerweile zwei Partnerschulen bei Bauprojekten und Anschaffungen, um die Lehr- und Lebensbedingungen vor Ort zu verbessern“, erläutert Lisbeth Poggenpohl, die als Mutter eines Schülers schon 2002 eine erste Patenschaft übernommen hatte.
Poggenpohl war bei einem Vorläufer des Vereins aktiv und ist 2009 zum ersten Mal nach Malawi geflogen. Sie blickt zurück auf zwei Jahrzehnte Tätigkeit, welche viel Energie beansprucht und viel Erfüllendes zurückgegeben haben:„Ich wollte wissen, wofür ich mich da einsetze und ob unser Engagement auch ankommt. Wir sind in den Dörfern gewesen, haben Schulen besichtigt. Damals schliefen die Kinder noch auf den Böden und in einer Klasse befanden sich 120 Kinder“, schildert sie ihre Eindrücke.
Eltern, Lehrer und ehemalige Schülerinnen und Schüler vom Gymnasium Rodenkirchen halten den ehrenamtlichen Verein, der 25 Mitglieder zählt, am Leben. Im letzten Jahr haben zwölf Klassen der Schule Patenschaften übernommen. Pro Kind werden 190 Euro Jahresbeitrag gesammelt. Das Geld wird für Schulmaterialien, Unterkunft, Essen, Schulgebühren und weiteres benötigt.
„Uns war wichtig, in einem Land Bildung zu ermöglichen,
welches kaum Chancen bietet. Malawi hat keine Bodenschätze, es ist fast ausschließlich Agrarland. Die Menschen sind sehr arm und viele Eltern können das Schulgeld für weiterführende Schulen nicht bezahlen“, erzählt Poggenpohl. Im letzten Jahr konnten 103 Kinder der „Community Day Secondary School Nkhoma“ mit einer Patenschaft unterstützt werden.
Mit dem Geld wurden unter anderem „Klassenräume saniert, die Schulbibliothek neu gebaut, Tische für die Klassenräume und Betten für die Internatshäuser angeschafft und eine neue Schulküche und ein Sanitärblock für Mädchen gebaut.
Seit 2020 unterstützt der Verein den Aufbau einer weiteren Schule in Kalumba durch die Anschaffung von Tischen und Büchern“, erläutert Svenja Grund, Lehrerin am Gymnasium Rodenkirchen und ebenfalls Mitglied des Vereins.

Auch die Jüngsten am Gymnasium im Kölner Süden helfen tatkräftig mit, um anderswo Bildung zu ermöglichen. Alicia und Mia aus der fünften Klasse freuen sich, ihren Patenkindern helfen zu können. „Wir haben gemeinsam überlegt, wie man 190 Euro im Jahr sammeln kann. Am Ende haben wir Kekse in der Nachbarschaft verkauft, fast alle Menschen haben viel Geld gegeben“, erzählt Mia. Und Alicia ergänzt: „Außerdem gab es schon Spendenläufe, ein Café beim Tag der offenen Tür, Flohmärkte und anderes. Und wir schicken oft Briefe nach Malawi.“
Meist nur einmal jährlich fliegen Mitglieder des Vereins nach
Malawi, um die entstandenen Projekte zu begleiten: „Die Planung der neuen Projekte wird von den Lehrern vor Ort nach Prioritäten vorgenommen. Wir wollen autonome Arbeit vor Ort ermöglichen“, erläutert Lehrerin Grund.
Allerdings gibt es weiterhin zahlreiche Baustellen. Poggenpohl erklärt: „Die hohe Zahl der Schulabbrüche während der Pandemie, die hohen Fehlzeiten, die schlechten Ergebnisse beim letzten Examen sowie die beengte Unterbringung in den Hostels haben neue Probleme offengelegt, die wir gemeinsam mit dem Schulteam vor Ort verbessern möchten. Um schnelle Fortschritte zu machen, brauchen wir mehr finanzielle Unterstützung. Wir freuen uns sehr über jede kleine Unterstützung. Nur wer aktiv mithilft, kann etwas in der Welt verändern.“
www.malawischule.de
Autor: Johannes Spätling
Aus der Kölnischen Rundschau vom 21.07.2022



