Aktuelle Lage in Malawi
Drohender „Super-El-Ninjo“ und akute Dürregefahr
Nicht nur Deutschland wird von Extremwetter heimgesucht, Malawi ist noch stärker vom Klimawandel betroffen: Nach aktuellen Warnungen der UN steht uns in diesem Jahr ein historisch starkes Wetterevent – der „Super-El-Niño“ bevor – möglicherweise einer der heftigsten der letzten Jahrzehnte. Für Malawi steigt dadurch das Risiko einer erneuten, katastrophalen Dürreperiode drastisch an. In einem Land, in dem 80 % der Bevölkerung direkt von der Landwirtschaft leben, bedroht diese Wetterextreme die ohnehin fragile Ernährungssicherheit unmittelbar – bereits aktuell sind mehr als 4 Millionen Menschen (> 20 % der Bevölkerung) von akutem Hunger betroffen.
Energiekrise durch die Schließung der Straße von Hormus

Verschärft wird die Lage durch weltpolitische Entwicklungen. Über die Kürzung der staatlichen Mittel der Entwicklungszusammenarbeit (u.a. durch die Schließung der US-Entwicklungshilfeagentur USAID oder die geringeren Mittel im Bundeshaushalt für deutsche Programme) berichteten wir bereits. Die faktische Schließung der Straße von Hormus hat die globalen Lieferketten schwer getroffen und zu einer massiven Energiekrise geführt, die vor allem arme Länder trifft.
So gibt es in Malawi kilometerlange Schlangen vor Tankstellen. Falls überhaupt Benzin verfügbar ist, kostet
dies ca. 4 €/Liter, was unerschwinglich für die meisten Menschen ist. Auch Medikamente sind schwer zu erhalten.
Als Binnenland ohne Zugang zum Meer sind viele Güter in Malawi durch die hohen Transportkosten nicht mehr verfügbar. Es ist wahrscheinlich, dass Dünger, welcher auch viel im Mittleren Osten produziert wird, auch bald auf dem Weltmarkt knapp wird. Dies würde die Ernährungsunsicherheit noch weiter vergrößern.


