Kein Wasser mehr – dann musst du gehen
Katastrophale Wetterbedingungen durch die Klimakrise zwingen Millionen von Menschen zur Flucht aus ihrer Heimat. Ursache ist das Fehlen von Wasser.
Laut Weltbank ist Malawi das viertärmste Land der Welt, gemessen am Pro-Kopf-Einkommen. Das durchschnittliche Jahreseinkommen lag in 2024 bei nur 508 US-Dollar. Mehr als 80 % der Bevölkerung arbeiten in der Landwirtschaft, und 90 % der landwirtschaftlichen Flächen werden ausschließlich mit Regenwasser bewirtschaftet, so das Welternährungsprogramm.
Dadurch ist das Binnenland im südlichen Afrika extrem anfällig für klimabedingte Katastrophen. Darunter Zyklone, deren Intensität und Häufigkeit in den letzten Jahren zugenommen haben. Im Jahr 2023 forderte der Zyklon Freddy mehr als 1.000 Todesopfer unter der malawischen Bevölkerung.

Seit 2019 wurden fast 1 Million Menschen durch Zyklone vertrieben, die meisten vorübergehend, einige sogar mehrfach.
Laut Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) hat die Regierung seit 2020 1.662 Haushalten (etwa 8.300 Menschen), die in katastrophengefährdeten Gebieten leben, bei der dauerhaften Umsiedlung geholfen.
Vielfach bleibt keine Alternative, als die bisherige Heimat zu verlassen. Hilfs-Organisationen wie WaterAid berichten von Wasserlöchern, die bis 2020 noch die umliegenden Felder bewässern konnten, die heute aber nur noch für einzelne Haushalte reichen und in denen sich Frösche und Fliegen im schmutzigen Wasser tummeln.

Die schleichenden Auswirkungen des Klimawandels treiben Menschen aus ihrer Heimat. Ohne konkrete Maßnahmen könnten bis 2050 weltweit 216 Millionen Menschen „aufgrund langsam einsetzender Auswirkungen des Klimawandels“ innerhalb ihres Landes umziehen, davon 86 Millionen in Subsahara-Afrika, schätzte die Weltbank im Jahr 2021.
Eine ausführlichen Artikel zu dem Thema findet man in
The Guardian
https://www.theguardian.com
„Without water nothing can exist“
Autorin:
Rachel Savage, Bericht aus Kampheko und Chiganji, Malawi
Sa, 23. Aug. 2025


